Venushaarfarn

Farne - urzeitlich schön.

Millionen Jahre vor uns Menschen und vor den ersten Blütenpflanzen besiedelten Farne unsere Welt. Sie waren die vorherrschende Spezies auf der Erde.

Heute spielen sie in der Gestaltung stilvoller Schattengärten eine wichtige Rolle. Sie schaffen eine natürliche Atmosphäre und bilden die grüne Kulisse für viele Blütenpflanzen.

  • Farne gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde. Ihre Entstehung begann vor ca. 350 Millionen Jahren, in einer Zeit, in der sie gemeinsam mit Schachtelhalm und Bärlapp weite Teile der Erde prägten. Erst 150 Millionen Jahre später gesellten sich Dinosaurier dazu.

    In den warmen, feuchten Klimazonen des Erdaltertums wuchsen gewaltige Baumfarne, die ganze Landschaften dominierten. Aus diesen urzeitlichen Pflanzenmassen entstanden im Laufe der Erdgeschichte große Teile unserer heutigen Kohlevorkommen – ein stiller Beweis für die enorme Bedeutung der Farne in der Vergangenheit.

    Mit dem Wandel des Klimas kam es zu gigantischen, weltweiten Massenaussterben - die riesigen Farnwälder verschwanden, doch die Farne passten sich an und haben alle Erdzeitalter übedauert. Bis heute bewahren sie ihre archaische Anmut und gelten als lebende Fossilien.

    Ihren Weg in die Gärten fanden Farne vor allem im 19. Jahrhundert. Im Viktorianischen Zeitalter entfachte in England eine wahre Farnbegeisterung, die als „Fern Craze“ bekannt wurde - das Farnfieber. Tausende von Sorten wurden ausgelesen, kultiviert und katalogisiert. Farne wurden zu begehrten Sammlerobjekten und zierten nicht nur Gärten, Wintergärten und Salons. Ihre Formen und Strukturen prägten Kunst, Mode und die Formensprache dieser Zeit.

    Heute erleben Farne eine neue Wertschätzung in der Gartengestaltung. Es sind stille Meister der Natur, die mit ihren filigranen Wedeln, eleganten Formen und unzähligen Grüntönen – Thousand Shades of Green –  Tiefe und Ruhe in den Schattengarten bringen. In Kombination mit geeigneten Stauden und Gräsern schaffen sie eine einzigartige Atmosphäre im zeitgemäßen, naturnahen Garten.

    Bei uns finden Sie ein überdurchschnittlich großes Sortiment an Farn-Arten und Sorten. Selbstverständlich beraten wir Sie gerne bei der Farnauswahl und der Zusammenstellung der passenden Begleitstauden für Ihren Garten.

  • Farne sind ein Muss im schattigen Staudenbeet, egal ob klein oder groß. Es lässt sich immer die passende Art oder Sorte finden. Besonders wirkungsvoll sind Farne in Kombination mit grobblättrigen Schattenstauden wie Funkien, Bergenien oder Kaukasus-Vergissmeinnicht: Die filigranen Wedel der Farne kontrastieren stark mit den kräftigen Blättern und schaffen so Tiefe und Struktur. Harfe und Pauke lassen grüßen…

    Der frische, meist lindgrüne Austrieb der Farne ist ein entscheidendes Gestaltungselement. Die jungen, sich im Frühjahr ausrollenden Wedel, im englischen passend „Fiddleheads“ genannt, verleihen dem Garten Lebendigkeit und Dynamik. 

    Später im Jahr können Farne sowohl subtile Hintergrundpflanzen sein als auch das Zentrum einer Staudenpflanzung bilden – je nach Größe und Sorte. Auch am Beetrand oder als Einfassung sowie in der dauerhaften Grabgestaltung bieten Farne vielseitige und spannende Gestaltungsmöglichkeiten.

    Die Wirkung im Garten ist stets faszinierend: geheimnisvoll, urzeitlich und zugleich stilvoll. Sie bringen Ruhe, Struktur und Eleganz, lassen sich vielseitig kombinieren und sind dank ihrer Anspruchslosigkeit sowohl im Beet als auch in Pflanzgefäßen auf Terrasse und Balkon problemlos einsetzbar. 

    Sie sind interessiert am Gestalten mit Farnen - wir helfen Ihnen gerne weiter!

  • Grundsätzlich sind die meisten Freilandfarne relativ anspruchslos und leicht im Garten zu kultivieren. Doch ein bisschen gärtnerisches Wissen hilft, damit die Farne ihr volles Potenzial entfalten können. 

    Die meisten Arten bevorzugen leichte, humose Böden mit einer neutralen bis leicht sauren Reaktion, manche Arten kommen auch auf kalkhaltigem Untergrund zurecht. Der Bodenreaktion wird manchmal zuviel Bedeutung beigemessen - im Zweifeslfall greifen Sie bei der Auswahl auf standorttolerante Arten zurück 

    Bei der Feuchtigkeit unterscheiden sich die meisten Farne nur wenig: Sie gedeihen am besten auf frischen, gleichmäßig feuchten Böden. Austrocknen mögen die meisten Farne nicht sehr gern. Die Wedel trocknen dann schnell ein und werden welk. Die Pflanze geht deswegen selten ein, gibt aber für den Rest des Jahres kein besonders ansprechendes Bild mehr ab. Trotzdem lassen sich auch für zeitweise trockene Böden passende Farne finden.

    Während ein Großteil der Farne ausschließlich im Halbschatten oder Schatten wächst, gibt es auch Arten, die auf sonnigeren Plätzen im Garten gedeihen. Hier ist dann eine ausreichende Wasserversorgung unerlässich.

    Schädlinge und Krankheiten spielen bei Farnen kaum eine Rolle. Spätfröste können bei einigen Arten allerdings Schäden anrichten, welche die Pflanzen in der Regel jedoch nicht zum Absterben bringen sondern Probleme kosmetischer Natur verursachen, die sich mit einer Gartenschere wieder beseitigen lassen.

    Winterschutz aus Laub und Reisig empfiehlt sich bei erfolgter Herbstpflanzung vor dem ersten Winter. Ferner gibt es jede Menge grenzwertig winterharte Arten, die einen solchen Schutz benötigen. Bei uns bekommen Sie nur Arten und Sorten, die in Süddeutschland ausreichend winterhart sind und keinen zusätzlichen Schutz brauchen.

    Auf Düngergaben können Sie i.d.R. verzichten, wenn Sie Fallaub auf und zwischen den Farnen zum verrotten liegen lassen. Sollten die Farne doch mal etwas zusätzliches Futter benötigen, empfehlen sich Gaben aus Kompost. Sie erkennen Nährstoffmangel an einer zu hellen Wedelfarbe und Kümmerwuchs.

  • Das Wuchsspektrum reicht von kleinen, filigranen Farnen bis hin zum stattlichen Großfarn. Manche Arten beeindrucken durch aufrechten, architektonischen Wuchs, andere durch locker überhängende Wedel. Einige Arten zeichnen einen nahezu perfekt symmetrischen Aufbau, während andere ein wildes Dickicht urzeitlichen Grüns formen.

    Ein Vorurteil gilt es hier aus der Welt zu schaffen: Die wenigsten Farne wuchern! Es gibt ein paar Ausnahmen, die unterirdische Ausläufer bilden. Die meisten Arten sind jedoch überaus zahm und wachsen nur dort, wo sie sollen. Auf Ausläuferbildung weisen wir in den Infos zu den einzelnen Farnen ausdrücklich hin.

    Unsere Farne sind winterhart und kehren Jahr für Jahr wieder. Das Wachstum vieler Farne ist aber schon oft etwas gemächlich, besonders nach der Pflanzung. Hier ist Geduld gefragt – viele Arten benötigen einige Jahre, um zu stattlichen Exemplaren heranzuwachsen. Die meisten Farne sind dafür echte Methusalems mit einer Lebenserwartung von vielen Jahren und Jahrzenten.

    Wer das jeweilige Wuchsverhalten berücksichtigt, kann Farne gezielt einsetzen – als ruhigen Strukturgeber, als flächigen Begleiter oder als markanten Blickfang.

Aus unserem Sortiment…

Asplenium trichomanes

Steinfeder, Streifenfarn

Die Steinfeder ist ein ca. 20cm hoher, feinfiedriger Farn, der sich besonders gut für nord- und ostseitige Mauer- und Trogbepflanzungen oder den schattigen Steingarten eignet.

Er hat kleine, rundlich-ovale Fiedern, die an einer schwarz-braunen Mittelrippe sitzen. Er besiedelt bevorzugt schattig-feuchte Fugen und Spalten, sowie alte Baumstümpfe, verträgt aber auch Sonne, wenn er nicht zu trocken steht.

Die Steinfeder ist lange wintergrün und treibt schon früh im Jahr wieder aus. Als echter Kosmopolit ist die Art auf beiden Erdhälften in natura zu finden.

Dryopteris affinis

Goldschuppenfarn

Der heimische Goldschuppenfarn zählt sicher zu den schönsten Farnen, die unser mitteleuropäisches Klima zulässt. Der deutsche Name klingt vielversprechend und findet sich besonders während des Austriebs bestätigt. Dann sind die sich entrollenden „Bischofsstäbe“ - der Engländer sagt „Fiddlehead“ - dicht mit goldbraunen Spreuschuppen besetzt. Dieser güldene Pelz glänzt besonders im Gegenlicht sehr beeindruckend. 

Der Goldschuppenfarn ist ein stattlicher Farn, der im Laufe der Jahre zu großen, mehrköpfigen Exemplaren heranwächst, aber niemals wuchert. Die breiten, ledrigen Wedel bleiben bis weit in den Winter hinein grün. Im allgemeinen ist Dryopteris affinis sehr robust und anpassungsfähig.

Polystichum setiferum

Weicher Schildfarn

Ein wüchsiger und filigraner Farn mit breiten, hellgrünen Wedeln. Er bildet eine schöne, ausladende Krone und lässt sich wunderbar im Garten verwenden. Pflanzen Sie ihn einzeln an einen markanten Platz, wo er sich frei entfalten kann und nach einigen Jahren eine imposante Erscheinung von bis zu einem Meter Durchmesser abgibt.

Der Weiche Schildfarn ist in seiner Erscheinung eine sehr variable Art. Aus ihm sind eine Unzahl an Sorten hervorgegangen, die nahezu alle in England gefunden wurden. 1890 waren fast 400 Sorten gelistet, was aber wohl eher dem Sammlerprestige als der botanischen Sorgfalt geschuldet war. Dennoch zeigt dieses Beispiel deutlich auf, welche Begeisterung und Leidenschaft Farne wecken können.

Matteuccia struthiopteris- Trichterfarn, Straußenfarn

Dryopteris erythrosora - Rotschleierfarn

Adiantum pedatum - Hufeisenfarn, Pfauenradfarn

Phyllitis scolopendrium - Hirschzungenfarn

Athyrium nipponicum ‘Matallicum’- Regenbogenfarn, Brokatfarn

Polystichum setiferum ‘Dahlem’- Flacher Filigranfarn

Polystichum setiferum- Weicher Schildfarn

Athyrium filix-femina- Frauenfarn